In Großbritannien nutzen immer mehr Menschen ohne bezahlbaren Rechtsbeistand KI-Werkzeuge, um Verfahren vor dem Employment Tribunal vorzubereiten. Das kann den Zugang zum Recht verbessern, trifft aber auf ein System, das bereits stark überlastet ist.
Bis September 2025 stieg die Zahl anhängiger Arbeitsgerichtsfälle binnen eines Jahres um 26% auf mehr als 60.000. Die Gesamtzahl unerledigter Ansprüche überschritt erstmals 500.000. Ein Standardfall wegen unfairer Entlassung wartet inzwischen im Schnitt mehr als ein Jahr auf eine Anhörung; vor zehn Jahren waren es rund 30 Wochen.
Hilfe für Kläger, Mehraufwand für Gerichte
KI gibt Selbstvertretern besser strukturierte Unterlagen und mehr Zuversicht. Gleichzeitig erhalten Gerichte oft umfangreiche Bündel, in denen Relevantes und Unrelevantes vermischt sind. Personal und Richter brauchen mehr Zeit, um belastbare Belege herauszufiltern.
Roy Magara von Magara Law sagte, KI verändere den Zugang zum Recht im Arbeitsgerichtssystem, warnte aber, dass Vorbereitung keine Rechtsberatung ersetzt.
Tritt die Employment Rights Bill in Kraft, rechnet die Regierung mit 17% mehr Fällen, darunter etwa 6.900 zusätzliche Ansprüche und 1.300 weitere Verfahren mit richterlichem Aufwand. Ähnliche Muster zeigen sich in den USA, wo mehr Selbstvertreter KI zum Verfassen von Schriftsätzen nutzen.
Quellen: CocoLoop, HR-News-Bericht über Verzögerungen an britischen Arbeitsgerichten und KI-gestützte Ansprüche.