Auf der Google-I/O-Bühne stellte Sundar Pichai Entwicklern Gemini 3.5 Pro für den folgenden Monat in Aussicht. Dieses Fenster ist vorbei. Berichte mit Verweis auf Bloomberg nennen nun die Coding-Leistung als Grund, warum das Pro-Modell noch nicht breit verfügbar ist.
Brisant ist das, weil Google intern bereits stark auf KI-generierten Code setzt. Bei Cloud Next sagte das Unternehmen, 75% des neuen Google-Codes würden von KI erzeugt und von Ingenieuren freigegeben, nach 50% im vergangenen Herbst.
"We're currently testing 3.5 Pro, an upgraded Flash model, and other models with partners, and we're productively engaged with the U.S. government."
Coding ist der Engpass
9to5Google erinnerte daran, dass Google für Gemini 3.5 Pro einen Juni-Start angekündigt hatte. CNA/Reuters berichtet, das Modell liege Monate hinter dem Plan, während Google besonders die Coding-Fähigkeiten verbessern wolle. Ende vergangenen Monats seien Trainingsdaten aktualisiert worden, ohne die erwarteten Ergebnisse zu liefern.
Das ist mehr als eine normale Produktverschiebung. Claude Code, GPT-5.6 und Grok 4.5 konkurrieren bei langen Codeaufgaben, Tool-Nutzung und Debugging. Wenn Gemini 3.5 Pro dort nicht überzeugt, muss Google stärker auf seine Plattformreichweite setzen.
Der Markt reagierte sofort
MarketWatch meldete für Alphabet am Donnerstag ein Minus von mehr als 4%. IBD nannte 4,4% auf 354,46 Dollar, CNA/Reuters knapp 3% im Tagesverlauf. Die Messpunkte unterscheiden sich, die Lesart ist gleich: Anleger sehen die Verzögerung als Risiko für Googles KI-Takt.
Als Nächstes zählen ein neuer Starttermin, die Rolle eines verbesserten Flash-Modells in Unternehmen und die Aussagen des Managements im Alphabet-Call am 22. Juli.
Quellen: Google-I/O- und Cloud-Next-Ankündigungen, Reuters/CNA, 9to5Google, MarketWatch, CocoLoop, Investor's Business Daily; geprüft wurden Startfenster von Gemini 3.5 Pro, Trainingsdaten-Update, Zahl der Mitarbeiterquellen, Aktienbewegung und interne KI-Code-Kennzahl.