OpenAI startet Robotik-Abteilung neu

Am 31. Mai postete Sam Altman auf X eine Stellenanzeige:

„OpenAI Robotics stellt ein – wir suchen außergewöhnliche Full-Stack-Ingenieure für Hardware, Betrieb, Systeme und ML, die uns helfen, Roboter zu programmieren und zu fertigen, die für die Gesellschaft nützlich sind.“

Ein Satz, drei Signale: OpenAI hat offiziell eine Robotik-Abteilung gegründet, will eigene Hardware bauen und beginnt mit der Masseneinstellung – Hardware, Betrieb, Systeme und maschinelles Lernen werden alle benötigt.

Nicht OpenAIs erster Vorstoß in die Robotik

Langzeitnutzer erinnern sich vielleicht an OpenAIs früheres Robotik-Projekt Dactyl, das 2017 startete. 2019 löste der einarmige Roboterhand einen Rubik's Cube – damals eine Sensation. Dann, 2020, wurde das gesamte Robotik-Team aufgelöst – mit der Begründung, dass AGI nicht zwingend über Robotik erreicht werden müsse und reale Trainingsdaten zu schwer zu beschaffen seien.

Sechs Jahre später sind sie zurück. Laut Altman ist das neue Team aus dem von Aditya Ramesh geleiteten Forschungsprojekt „Weltsimulation“ hervorgegangen; der Wiederaufbau begann im Januar 2025. Noch bezeichnender: Nachdem die Video-App Sora eingestellt wurde, wurde das ursprüngliche Sora-Team in diese Bemühungen integriert.

Kurzfristig: Infrastruktur bauen; langfristig: ins Haus kommen

OpenAI hat eine klare zweistufige Strategie vorgelegt. Das kurzfristige Ziel ist pragmatisch: Roboter bauen, die Facharbeitern beim Bau von Infrastruktur helfen können – im Grunde, um Arbeitskräftemangel zu beheben und gleichzeitig große Mengen realer Daten zu generieren. Die langfristige Vision ist ehrgeiziger. Altmans eigene Worte: „everyone having a personal robot doing anything they need“ – jeder hat einen persönlichen Roboter, der alles erledigt, was man braucht.

Was OpenAI wirklich will, sind vielleicht nicht die Roboter

Hier gibt es einen interessanten Aspekt. Was OpenAI derzeit am meisten braucht, ist nicht Geld, sondern reale Daten und „einen anderen Weg außer dem Stapeln großer Modelle“. Roboter können beides liefern: Sie operieren in der physischen Welt und sammeln verkörperte Daten, die Text und Video nicht liefern können; und sie zwingen das Team, verkörperte Intelligenz zu erforschen, einen anderen Ansatz als reine Sprachmodelle.

OpenAI will also nicht unbedingt schnell Roboter verkaufen, sondern nutzt sie eher als Vehikel, um Daten zu sammeln und neue Wege zu testen – und nebenbei passt das in die größere AGI-Erzählung. Die Integration des Sora-Teams ist aufschlussreich: Videogenerierung ist im Wesentlichen „die Welt simulieren“, was auf derselben Linie liegt wie das „Verstehen der Welt“ durch Roboter. Wann jeder einen persönlichen Roboter haben wird, dazu machte Altman keine Zeitangabe.

Quellen: CocoLoop, OpenAI starts with infrastructure robots but aims for "everyone having a personal robot doing anything they need" (The Decoder); OpenAI Begins Hiring Engineers for Robotics Division (Analytics India Magazine); Sam Altman's OpenAI just made robotics its next frontier (Tech Funding News)