Geschworene weisen Musks 134-Milliarden-Dollar-Klage ab

Neun Geschworene brauchten weniger als zwei Stunden, um eine 134-Milliarden-Dollar-Forderung abzuweisen.

Am 18. Mai befand eine neunköpfige Beratungsjury am US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien einstimmig, dass Elon Musk seine Klage gegen OpenAI zu spät eingereicht hatte – die dreijährige Verjährungsfrist war abgelaufen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers übernahm sofort das Urteil der Jury und wies die Klage ab, womit der dreiwöchige Prozess endete, ohne auf die Sache selbst einzugehen.

Forderungshöhe entspricht OpenAIs halbjähriger Mittelbeschaffung

Musk forderte erheblichen Schadenersatz:

  • OpenAI: 65,5 bis 109,4 Milliarden Dollar
  • Microsoft: 13,3 bis 25,1 Milliarden Dollar
  • Gesamt: 79 bis 134 Milliarden Dollar

Die Grundlage war „ungerechtfertigte Bereicherung“ – Musk argumentierte, OpenAI habe heimlich seine gemeinnützige Satzung in eine gewinnorientierte Struktur umgewandelt und ihn als früheren Spender und Mitgründer betrogen. Neben Geldentschädigung forderte er auch die Entfernung Altmans aus dem Vorstand.

Musk gründete OpenAI 2015 gemeinsam mit Altman, steuerte 38 Millionen Dollar bei und verließ den Vorstand 2018. Der Prozess war eine Fortsetzung der Klage von 2024, mit Aussagen von Musk selbst, Altman, Greg Brockman und Microsoft-CEO Satya Nadella.

Warum Musk verlor: Die dreijährige Verjährungsfrist

Die Begründung der Jury war einfach: Musk wusste oder hätte spätestens drei Jahre vor Einreichung der Klage von OpenAIs Wechsel zur Gewinnorientierung wissen müssen. Klagen wegen Verletzung gemeinnützigen Vertrauens unterliegen einer dreijährigen Verjährungsfrist, und Musk hatte diese überschritten.

Richterin Rogers erklärte:

„Es gibt eine erhebliche Menge an Beweisen, die das Urteil der Jury stützen, weshalb ich bereit war, die Klage sofort abzuweisen.“

Schlüsselbeweise wie Brockmans privates Tagebuch, die über 100 Milliarden Dollar schwere Partnerschaft mit Microsoft und Nadellas Aussage spielten keine Rolle. Der Fall endete aus Verfahrensgründen.

Musk kündigt Berufung an, aber ein schwieriger Weg

Musk reagierte wütend auf X, nannte Richterin Rogers eine „schreckliche Aktivistin“ und das Urteil „eine kostenlose Lizenz, um Wohltätigkeitsorganisationen auszurauben – solange man sich ein paar Jahre verstecken kann.“ Er bezeichnete es als „kalendarische Formalität.“

Sein leitender Anwalt Marc Toberoff sagte Reportern nur ein Wort: „Berufung.“ Er nannte den Fall „im Kern eine Farce.“

Doch eine Aufhebung der Verjährungsabweisung am Neunten Berufungsgericht ist äußerst schwierig. Verfahrensabweisungen sind weitaus schwerer aufzuheben als Sachabweisungen, da keine erneute Beweisaufnahme erforderlich ist – nur die Berechnung der Frist.

Die eigentlichen Auswirkungen

Das Urteil nimmt Druck von OpenAI. Das Unternehmen strebt eine Umstrukturierung mit einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar und einen Börsengang von bis zu 175 Milliarden Dollar an, und die Klage war eine Ablenkung für sein Rechtsteam. Die Entscheidung der Jury beseitigt ein großes Hindernis.

Doch Musk hat nicht alles verloren. Die dreiwöchige Verhandlung brachte die gesamte Umstellung von OpenAI von gemeinnützig zu gewinnorientiert, Brockmans Tagebuch und Altmans interne Entscheidungen von 2017–2019 in die öffentlichen Akten. Diese könnten bei künftigen Klagen oder behördlichen Untersuchungen als Munition dienen.

Ob Musks xAI dies nutzen kann, um weitere Rechenaufträge von SpaceX zu sichern, bleibt abzuwarten.

Quellen: Musk's $134 Billion Case Against OpenAI Collapsed in Under Two Hours — Without a Word on the Merits (TechTimes); CocoLoop; Musk loses case against OpenAI (CNN Business); Jury sides with OpenAI, saying Elon Musk's lawsuit was not filed on time (PBS News); Musk slams Altman trial verdict as a 'technicality,' vows to appeal (CNBC)