Igor Babuschkin stellt sich selbst einen zweiten Scheck aus.
Der xAI-Mitgründer verließ das Unternehmen im August 2025, um Babuschkin Ventures, eine VC-Firma, zu gründen. Sechs Monate später ist er wieder als Gründer aktiv: River AI, ein Startup, das 1 Milliarde Dollar von General Catalyst bei einer Bewertung von 5 Milliarden Dollar sucht. Babuschkin selbst steuert 100 Millionen Dollar aus eigener Tasche bei, wie Forbes berichtet. Beide Seiten haben sich nicht geäußert.
Der Begriff 'Neolab' taucht in zwei Wochen dreimal auf
In den letzten zwei Wochen taucht der Begriff 'Neolab' ungewöhnlich häufig in den Personalbewegungen der KI-Branche auf. Forbes stellte River AI zusammen mit zwei anderen Unternehmen vor:
- River AI — gegründet von Igor Babuschkin, Ziel 1 Mrd. $, angeführt von General Catalyst
- Recursive Superintelligence — unter der Leitung von Richard Socher (You.com); 650 Mio. $ eingesammelt, Bewertung 4,65 Mrd. $
- Unbenannt — David Silver von DeepMind; in der Finanzierungsphase
Allen drei gemeinsam ist, dass sie kein verkaufsfähiges Produkt entwickeln, sondern forschen – genauer gesagt, ob KI sich selbst verbessern kann. Richard Socher sagte gegenüber TechCrunch: 'Unser Hauptfokus liegt darauf, wirklich rekursive, sich selbst verbessernde Superintelligenz in großem Maßstab zu bauen, was bedeutet, dass der gesamte Prozess der Ideenfindung, Umsetzung und Validierung von Forschungsideen automatisch abläuft.' Einfach ausgedrückt: KI soll selbst zum Forscher werden und den gesamten Zyklus von der Idee bis zur Validierung automatisieren – mit dem Ziel, die Rolle des Forschers überflüssig zu machen.
Wer ist Babuschkin und warum verließ er xAI?
Babuschkin ist kein gewöhnlicher Ingenieur. Bei DeepMind leitete er AlphaStar, das KI-Projekt, das 2019 in StarCraft II Grandmaster-Niveau erreichte. Später wechselte er zu OpenAI und gründete 2023 gemeinsam mit Elon Musk xAI. Im August 2025 verließ er xAI mit der Begründung, sich auf KI-Sicherheit konzentrieren zu wollen. Der Slogan von Babuschkin Ventures lautet: 'Investition in KI-Systeme, die der Menschheit nützen und die Geheimnisse des Universums entschlüsseln.' Das klingt nach Marketing, aber dahinter steckt eine Geschichte: xAI erlebte in jenem Jahr interne Turbulenzen – über 80 Forscher verließen das Unternehmen, SpaceX übernahm xAI vollständig, und Grok war in eine Kontroverse um Kinderinhalte verwickelt. Sechs Monate später gründete Babuschkin sein eigenes Unternehmen. River AI wurde am 20. April in Nevada registriert und begann im Mai mit den Gesprächen über eine 1-Milliarden-Dollar-Runde – ein Tempo, das nur möglich ist, wenn Investoren bereits Monate zuvor Schlange standen.
Worauf wettet der Markt mit einer 5-Milliarden-Bewertung?
Eine Bewertung von 5 Milliarden Dollar für ein Unternehmen, das weniger als einen Monat alt ist und kein öffentliches Produkt hat, ist bemerkenswert, aber nicht das Teuerste in der Neolab-Welle – Recursive Superintelligence ist bereits 4,65 Milliarden Dollar wert. Der Markt wettet nicht auf das Produkt, sondern auf die Person. Babuschkins Lebenslauf lässt sich in zwei Erfolge zusammenfassen: Er leitete eines der schwierigsten Reinforcement-Learning-Projekte bei DeepMind und baute den Memphis-Supercomputer von xAI mit 100.000 GPUs von Grund auf. Beides sind Erfahrungen, 'Großes aus dem Nichts zu schaffen'. General Catalyst übernimmt den Großteil dieser Runde – derselbe VC, der in diesem Jahr auch Sierra und Anduril finanziert hat. Es ist keine Streuungsinvestition, sondern eine klare Aussage, dass die nächste KI-Phase von großen Unternehmen zu Elite-Labors mit etwa zehn Personen übergehen wird. Was wird River AI bauen? Forbes zufolge sind die technische Ausrichtung und Produktstrategie noch nicht bekannt. Die öffentlichen Unterlagen von Babuschkin Ventures deuten auf KI-Sicherheit und agentische KI hin. Wenn River AI diesen Weg geht, zeichnen sich unter dem Label 'Neolab' drei Routen ab: Recursive (KI-Selbstverbesserung), David Silvers Unternehmen (noch nicht bekannt) und River AI (wahrscheinlich KI-Sicherheit + agentisch). Welche Route erfolgreich sein wird, wird die Branche wohl erst Ende des Jahres erkennen.
Quellen: Igor Babuschkin Seeks Up To $1 Billion For River AI (Forbes / Let's Data Science); CocoLoop; What happens when AI starts building itself? (TechCrunch)