Snap und Perplexity beenden 400-Millionen-Dollar-Deal

Perplexity hatte im vergangenen November zugesagt, Snap 400 Millionen Dollar zu zahlen. Dafür sollte die KI-Suche des Unternehmens direkt in die Chat-Oberfläche von Snapchat eingebaut werden.

Am 6. Mai bestätigte Snap im Bericht zum ersten Quartal, dass die Zusammenarbeit bereits einvernehmlich beendet wurde. Tatsächlich war der Vertrag schon im ersten Quartal 2026 ausgelaufen, öffentlich wurde es aber erst, als Snap den kompletten erwarteten Beitrag von 400 Millionen Dollar aus der Jahresprognose streichen musste.

Was vereinbart war

Die Ankündigung vom 13. November galt als Beispiel dafür, wie KI-Firmen Distribution in einer sozialen Plattform kaufen. Der Vertrag lief über 12 Monate, hatte ein Volumen von 400 Millionen Dollar und sollte in Barmitteln und Aktien bezahlt werden. Perplexity bekam einen Einstiegspunkt in Snapchat Chat, Snap erhielt Geld und eine KI-Funktion für ein besseres Discovery-Erlebnis.

Snap-CEO Evan Spiegel sprach damals von einer Aufwertung der Entdeckungserfahrung in Snapchat. Im Februar sagte Snap jedoch bereits, man habe sich mit Perplexity noch nicht auf einen breiteren Rollout geeinigt. Ende des ersten Quartals war der Vertrag ohne gemeinsame Mitteilung beendet.

Die Folgen

Snaps Umsatzprognose für 2026 geht nun von null Beitrag durch Perplexity aus. Investoren müssen die 400 Millionen Dollar aus Cash und Aktien aus ihren Modellen entfernen. Die Aktie fiel nach den Quartalszahlen, auch weil Snap für das zweite Quartal wegen geopolitischer Unsicherheit im Nahen Osten vorsichtig klang.

Gleichzeitig meldete Snap 483 Millionen täglich aktive Nutzer, 5% mehr als im Vorjahr, und einen Personalabbau um 16%, begründet mit Effizienzgewinnen durch KI. Das deutet darauf hin, dass Snap KI-Funktionen eher selbst in Snap Map, AR Lenses und andere native Produkte einbauen will.

Für Perplexity fällt ein wichtiger Distributionsweg weg. Die Antwortqualität gilt als stark, aber Nutzer starten weiterhin bei Google oder ChatGPT. Das Unternehmen hat Mobilfunkpartnerschaften, den Browser Comet, Perplexity Computer und die Snapchat-Integration ausprobiert. Der größte dieser Wege ist nun gescheitert.

Warum der Fall zählt

400 Millionen Dollar sind in der KI-Branche nicht die größte Summe, doch dies ist einer der ersten sichtbaren Fehlschläge einer großen KI-Handelspartnerschaft im Jahr 2026. Anders als bei Humane AI Pin oder Rabbit R1 scheiterte hier kein Verbrauchergerät, sondern eine B2B-Distributionspartnerschaft.

Die Lektion ist klar: KI-Fähigkeit schafft nicht automatisch Nutzungsgewohnheit. Wer Platz in einer populären App bezahlt, kauft damit noch keine echte Nutzung. Die nächste KI-Firma, die Traffic kaufen will, muss zuerst zeigen, warum Nutzer ihr Verhalten ändern sollten.

Quellen: CocoLoop; Snap says its $400M deal with Perplexity 'amicably ended' (TechCrunch); Snap issues cautious guidance as Perplexity deal ends, Middle East 'geopolitical situation' causes uncertainty (CNBC)