OpenAI führt Fünf-Stunden-Limit für Plus wieder ein

Thibault Sottiaux, Engineering-Lead bei OpenAI, kündigte am Abend des 24. August (Pazifische Zeit) an, dass das Fünf-Stunden-Nutzungslimit für Plus-Konten ab dem folgenden Tag sowohl bei ChatGPT Work als auch bei Codex wieder gilt. Das Limit war nach der Veröffentlichung von GPT-5.6 aufgehoben worden, seither wurde Plus-Nutzern ein wöchentliches Kontingent berechnet. Die Pro-Stufen für 100 und 200 US-Dollar bleiben in den kommenden Monaten von diesem Limit ausgenommen.

"Tomorrow we will bring back the 5h limit for Plus accounts across ChatGPT Work and Codex."

(Morgen führen wir das Fünf-Stunden-Limit für Plus-Konten bei ChatGPT Work und Codex wieder ein.)

Als Begründung nannte Sottiaux die Glättung der Rechenlast: "the 5h limit allows us to smoothen the load on our compute, allowing to keep the plan generous in terms of weekly usage" — das Fünf-Stunden-Fenster verteilt die Last gleichmäßiger, wodurch das wöchentliche Kontingent großzügig bleiben kann. Ein weiterer Grund betrifft neue Nutzer: Wird das Kontingent pro Woche vergeben, verbrauchen viele es in den ersten beiden Tagen und stehen danach ratlos vor den Hinweismeldungen. Wer das Limit erreicht, kann entweder auf die Zurücksetzung des Fensters warten oder zusätzliches Guthaben kaufen.

Die stillen 3 % Downgrades

Fast zeitgleich verbreitete sich in der Entwickler-Community ein anderes Thema. Ab dem 22. August meldeten nacheinander Plus-Nutzer, dass sie im Modellauswahlmenü GPT-5.6 Sol oder Thinking ausgewählt hatten, tatsächlich aber Antworten von GPT-5.5-mini erhielten. Manche fanden ein Muster: Die Instant-Stufe funktionierte einwandfrei, nur bei Medium und High trat der Fehler auf; er ließ sich mit anderem Browser, anderer mobiler App und anderem Mobilfunknetz reproduzieren, während ein anderes Konto im selben Netz keine Probleme zeigte. In der Community prüfte man das, indem man die Entwicklertools öffnete und direkt nachsah, ob das Feld resolved_model_slug in der Antwort übereinstimmte. Der Hauptbeitrag sammelte 13 Antworten, vier verwandte Meldungen zusammen über vierzig weitere.

Am 26. August räumte ein Product Lead von OpenAI öffentlich ein, dass rund 3 % der Pro- und Thinking-Anfragen versehentlich auf GPT-5.5-mini umgeleitet worden waren; das Problem sei behoben, und man entschuldige sich bei den betroffenen Nutzern. Diese Aussage findet sich bislang nur auf seinem privaten Social-Media-Konto, nicht auf der offiziellen Statusseite.

3 % klingen nach wenig, doch die Verteilung ist zufällig. Für Nutzer, die wöchentlich abgerechnetes Kontingent kaufen, macht es einen großen Unterschied, ob es ausgerechnet die Anfrage trifft, bei der das Modell ein ganzes Modul umschreiben soll, oder nur einen beiläufigen Chat. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Fehlermeldung gibt — die heruntergestufte Antwort bleibt flüssig, ist nur eine Stufe flacher, und ohne einen Blick in die Rohantwort lässt sich das kaum nachvollziehen.

Drei Sitzplatz-Stufen sprechen Klartext

In derselben Woche wurde auch eine Preislinie fixiert. OpenAI hatte am 10. August eine Warteliste für den Premium-Sitzplatz von ChatGPT Business geöffnet, die Anmeldung schloss am 20. August, und der offizielle Rollout erfolgt diese Woche. Der Preis liegt bei 125 US-Dollar pro Person und Monat, oder umgerechnet 100 US-Dollar bei jährlicher Abrechnung; der Standard-Sitzplatz kostet 25 US-Dollar monatlich beziehungsweise 20 US-Dollar bei jährlicher Zahlung. Der Premium-Sitzplatz bietet das Fünffache der Nutzung des Standard-Sitzplatzes und unterliegt nicht dem Fünf-Stunden-Fenster; beide Sitzplatztypen lassen sich innerhalb desselben Arbeitsbereichs frei zuweisen und zurücknehmen. Aktionsbedingung: Die ersten 10.000 berechtigten Business-Kunden erhalten pro zusätzlichem Premium-Sitzplatz 100 US-Dollar Arbeitsbereich-Guthaben (2.500 Credits), maximal für fünf Sitzplätze.

Stellt man die drei Preislinien nebeneinander, wird die Logik dahinter klar. Vom Standard- zum Premium-Sitzplatz steigt die Monatsgebühr um das Fünffache, die Nutzung ebenfalls um das Fünffache — der Preis pro Nutzungseinheit bleibt gleich. Das zusätzliche Geld kauft genau eines: die Befreiung vom Fünf-Stunden-Limit. Auf der Privatkundenseite gilt dieselbe Logik: Die 20-Dollar-Stufe Plus bekommt das Fenster zurück, die 100-Dollar-Stufe Pro bleibt unbegrenzt — auch hier ein Faktor von fünf. Grob gerechnet hat OpenAI den Preiskoeffizienten für das Produkt "jederzeit uneingeschränkt nutzbar" sowohl bei Privat- als auch bei Teamkunden einheitlich auf das Fünffache festgelegt.

Für Entwickler in China ist die direkte Auswirkung begrenzt. Die meisten nutzen die API oder Drittanbieter-Weiterleitungen, das Fünf-Stunden-Fenster betrifft vor allem jene, die mit einem Plus-Abo direkt Codex betreiben. Bemerkenswerter ist das Routing selbst: Wenn ein Unternehmen gleichzeitig drei Inferenzstufen — Pro, Thinking und mini — anbietet, deren Kosten sich um ein Vielfaches unterscheiden, und die Zuteilung serverseitig entschieden wird, wird die Frage, ob die bezahlte Stufe der gewählten Stufe entspricht, vom technischen Detail zur Abrechnungsfrage. Diesmal waren es 3 %, sie wurden entdeckt, eingeräumt und behoben; ob es beim nächsten Mal ebenso auffällt, hängt davon ab, wie viele Menschen bereit sind, dieses Feld zu überprüfen.

Quellen: 9to5Mac, CocoLoop, OpenAI-Entwickler-Community, offizielle Preisseite von OpenAI; geprüft wurden der Geltungsbereich der Wiedereinführung des Fünf-Stunden-Limits, die monatlichen und jährlichen Preise von Premium- gegenüber Standard-Sitzplätzen sowie die Reproduktionsbedingungen der Routing-Störung.