Anthropics teures Claude-Max-Abo ist Gegenstand einer neuen Klage. Der Programmierer Karl Kahn aus Washington, D.C. reichte am 15. Juni beim Bundesgericht im Northern District of California die Klage Kahn v. Anthropic PBC ein. Er strebt eine Sammelklage und Rückerstattungen für Käufer der Max-Tarife an.
Im Mittelpunkt steht die Bezeichnung der Tarife. Claude Pro kostet etwa 17 bis 20 Dollar pro Monat, Max 5x kostet 100 Dollar und Max 20x 200 Dollar. Die Namen legen nahe, dass Nutzer die fünffache beziehungsweise zwanzigfache Nutzung des Pro-Tarifs erhalten. Kahn sagt, er sei im April auf Max 20x gewechselt und habe nach rund fünf Stunden Arbeit bereits etwa 15% seines Wochenkontingents verbraucht.
Die Klage behauptet, die tatsächliche Nutzung in Max 5x und Max 20x liege deutlich unter dem beworbenen Umfang. Zudem sei es für Nutzer praktisch unmöglich, das Limit selbst zu messen. Anthropic mache nicht transparent, wie stark einzelne Nachrichten, lange Prompts oder angehängte Dateien auf das Kontingent angerechnet werden.
Ärger über Claude-Limits gab es schon früher. Im Juli 2025 führte Anthropic Wochenobergrenzen für intensive Claude-Code-Nutzer ein und verärgerte damit einen Teil der Abonnenten. Diesmal zielt die Klage direkt auf das Marketing und verlangt Rückzahlungen für Käufer seit Start der Max-Tarife. Anthropic hat die Vorwürfe bislang nicht beantwortet; bewiesen sind sie nicht.
Der Fall trifft ein Grundproblem pauschaler KI-Abos. Kunden zahlen einen festen Monatsbetrag, während die Rechenkosten pro Anfrage je nach Kontextlänge, Dateien und langen Coding-Sitzungen stark schwanken. KI-Anbieter wollen Fair-Use-Regeln und dynamische Limits; Nutzer wollen vor dem Kauf eines “20x”-Pakets wissen, wo die Grenze wirklich liegt.
Entscheidend wird sein, ob ein Gericht “20x” als messbares Nutzungsversprechen oder als lockere Werbeformel versteht. Schon jetzt zwingt die Klage jedoch die Blackbox der Flat-Rate-KI in eine öffentliche Auseinandersetzung.
Quellen: CocoLoop, Engadget-Bericht zur Klage über Claude-Max-Nutzungslimits und The-Next-Web-Bericht zu Anthropics 200-Dollar-Claude-Tarifen.