China Setzt Pflichtstandard Für L3/L4

Marketing für fortgeschrittene Fahrassistenz drehte sich lange um Erlebnisse: Spurwechsel, Autobahnauffahrten und weniger Übernahmen. Seit dem 4. August müssen Hersteller eine härtere Frage beantworten: Bestehen diese Funktionen einen nationalen Pflichtstandard mit Sicherheitsakte, Simulation, Testgelände und Straßentest?

Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie organisierte GB 44721-2026, Sicherheitsanforderungen für automatisierte Fahrsysteme intelligenter vernetzter Fahrzeuge. Der Standard soll am 1. Juli 2027 wirksam werden. ITHome und Yicai bestätigten die Veröffentlichung. Es ist Chinas erster verpflichtender nationaler Standard für L3-bedingte und L4-hochautomatisierte Fahrsysteme und hebt den empfohlenen Standard GB/T 44721-2024 in einen bindenden Zugangsrahmen.

Vier Linien Definieren Die Grenze

Der Standard gilt für M-Personenfahrzeuge und N-Güterfahrzeuge mit L3- oder L4-Systemen. Automatische Parksysteme sind nicht erfasst. Damit werden Begriffe wie Urban NOA oder Highway Navigation wieder auf formale Automatisierungsstufen und Fahrzeugklassen zurückgeführt.

Die öffentlichen Materialien nennen vier Anforderungsgruppen: Sicherheitsmanagement über den gesamten Unternehmenslebenszyklus, Ausführung dynamischer Fahraufgaben, Mensch-Maschine-Interaktion und Nutzerinformation sowie mehrdimensionale Prüfung. Ein Hersteller muss also nicht nur zeigen, dass das Auto fahren kann, sondern auch Entwicklung, Produktion, Verbesserung nach Auslieferung, Nutzerhinweise und Drittprüfung schließen.

Übernahme Und Ausstieg Werden Pflicht

Die heiklen L3/L4-Momente liegen oft an der Grenze der Automatisierung: Das System steigt aus, der Fahrer muss übernehmen, oder das Fahrzeug muss einen Minimalrisikozustand erreichen. Der neue Standard macht diese Abläufe verpflichtend.

Offizielle Erläuterungen verlangen, dass das Sicherheitsniveau mindestens dem eines qualifizierten und aufmerksamen Fahrers bei der dynamischen Fahraufgabe entspricht und keine unangemessenen Risiken für Nutzer oder andere Verkehrsteilnehmer schafft. Für L3-Systeme ist außerdem eine Überwachung der Übernahmefähigkeit des Fahrers nötig.

Sicherheitsakten Verändern Kosten

Yicai berichtet von einem 17-seitigen Anhang für Sicherheitsakten. Diese Akte ist kein Datenblatt für Käufer, sondern eine Verantwortungsdokumentation für Aufsicht und Prüfinstitute: Funktionsgrenzen, Risikoerkennung, Testabdeckung, Monitoring und Verbesserung nach dem Einsatz.

Das verändert die Kostenstruktur. Algorithmen und Testflotten bleiben wichtig, aber Sicherheitsnachweise, Szenariobibliotheken, Simulationsressourcen, Drittprüfungen und laufende Updates werden Teil der Serienkosten.

Eine Auditierbarere Phase

Für die KI-Branche ist dies ein Beispiel für Regulierungsmethodik. Automatisiertes Fahren gehört zu den ersten KI-Systemen mit öffentlichem Risiko in der realen Welt. Modellentscheidungen, Sensorfusion, Planung, Kontrolle und Mensch-Maschine-Interaktion wirken direkt auf die Verkehrssicherheit.

Die nächsten Prüfpunkte sind konkret: Wie Hersteller L3/L4-Handbücher ändern, wie Drittprüfer Bestätigungstests durchführen, ob lokale Pilotprogramme Zugangskriterien anpassen und ob bereits beworbene Smart-Driving-Modelle Einsatzbereich oder Übernahmehinweise ändern.

Quellen: Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, National Public Service Platform for Standards Information, ITHome, CocoLoop, Yicai; geprüft wurden Status von GB 44721-2026, Umsetzungspunkt, L3/L4-Anwendungsbereich, M/N-Fahrzeuggrenze, vier Sicherheitsgruppen, Standards für Bestätigungstests und Anhang zur Sicherheitsakte.