Helsings 1,2-Milliarden-Runde macht europäische Verteidigungs-KI greifbar

Helsing sammelt 1,2 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 18 Milliarden Dollar ein. Dragoneer führt die Runde an, Lightspeed beteiligt sich. Für ein fünf Jahre altes Münchner Unternehmen ist das eine der höchsten Startup-Bewertungen Europas.

Der Preis stützt sich nicht mehr nur auf Software. Helsing begann als KI-Schicht für Gefechtsdaten und Führungssysteme, wurde durch den Ukrainekrieg aber in Hardware gedrängt: HX-2-Angriffsdrohnen, HF-1-Loitering-Munition und das CA-1-Europa-Flugzeugkonzept.

Zentral ist das deutsche Beschaffungssignal. Der Bundestag genehmigte eine erste HX-2-Bestellung über 269 Millionen Euro sowie einen Rahmen von bis zu 1,46 Milliarden Euro über sieben Jahre. Damit wird Verteidigungs-KI in Europa von Politik in Lieferantenumsatz übersetzt.

Drei Anker tragen die Bewertung: Europas Verteidigungshaushalte wurden nach Russlands Angriff neu gesetzt, Anduril liefert den teuren US-Vergleich, und Helsing hält rund 80% europäische Eigentümerschaft für politisch sensible Aufträge.

Der nächste Test ist der geplante Erstflug der CA-1 Europa im Jahr 2027. Gelingt einem Startup dieser Pfad Richtung Kampfflugzeug, wirkt die Bewertung weniger spekulativ; bei Verzögerungen wird sie schnell neu geprüft.

Quellen: TechCrunch, DroneXL, Bloomberg, CocoLoop