SoftBanks OpenAI-besicherter Kredit stockt bei 6 Milliarden Dollar

SoftBank will seine OpenAI-Beteiligung als Sicherheit nutzen und damit 6 Milliarden Dollar aufnehmen. Bloomberg berichtete am 9. Juni, dass die Gespräche mit Banken ins Stocken geraten sind.

Die 6 Milliarden Dollar sind bereits die abgespeckte Version. Ursprünglich strebte SoftBank einen Margin Loan über 10 Milliarden Dollar an, besichert durch private OpenAI-Aktien. Anfang Mai wurde das Ziel um 40% reduziert, um den Risikopuffer für Kreditgeber zu vergrößern. Auch diese Struktur war im Juni aber noch nicht marktfähig.

Warum Banken zögern

Ein besicherter Kredit folgt eigentlich einer einfachen Logik: Zahlt der Schuldner nicht, verkauft der Kreditgeber die Sicherheit. Bei einer Beteiligung an einem privaten Unternehmen ist das schwieriger. Bewertungen von 852 oder 965 Milliarden Dollar für OpenAI stammen aus privaten Finanzierungsrunden, nicht aus einem täglich handelbaren Börsenkurs.

Private Aktien lassen sich unter Druck zudem schwer verkaufen. Im Ausfall müsste eine Bank einen Käufer für ein großes OpenAI-Paket finden und den Preis neu verhandeln. Es geht daher weniger um die Frage, ob OpenAI wertvoll ist, sondern darum, wie viel belastbare Liquidität diese privaten Anteile heute tragen können.

SoftBank braucht Liquidität

SoftBank hat OpenAI Zusagen im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar gemacht. Im März arrangierte der Konzern einen Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar, der mit der OpenAI-Investition und dem eigenen Finanzierungsbedarf verbunden war. Außerdem ist SoftBank Partner des im Januar 2025 angekündigten KI-Infrastrukturprojekts Stargate. Seit dem ersten Einstieg im September 2024 ist das Engagement weiter gewachsen.

Bereits gehaltene OpenAI-Anteile zu beleihen, wäre ein naheliegender Weg zur Liquiditätsbeschaffung. Dass der Kredit stockt, zeigt jedoch: Selbst ein prominenter KI-Vermögenswert wird nicht automatisch zu Bargeld, solange er privat bleibt.

Was das für KI-Bewertungen bedeutet

Ein blockierter Kredit über 6 Milliarden Dollar wirkt gemessen an SoftBank nicht riesig. Entscheidend ist der Abschlag, der sichtbar wird, sobald private KI-Bewertungen als echte Kreditsicherheit dienen sollen.

Darum werden IPO-Optionen für OpenAI und Anthropic so wichtig. Eine Börsennotierung schafft einen öffentlichen Marktpreis, der Margin Loans, Mitarbeiterliquidität und die breitere Finanzierungskette der KI-Branche leichter bewertbar macht. Bis dahin bleibt offen, wie viele Investoren private KI-Anteile wirklich wie hartes Geld behandeln wollen.

Quellen: Bloomberg-Berichte zum stockenden OpenAI-Margin-Loan von SoftBank über 6 Milliarden Dollar und zur vorherigen Kürzung des Ziels um 40%; Reuters / Investing.com mit einer Zusammenfassung des Bloomberg-Berichts; Analytics Insight zur Vorsicht der Kreditgeber; CocoLoop.