OpenAI hat am 31. Oktober die Erläuterungen zur Nutzung im Hilfecenter aktualisiert: Ab Dezember werden die Nutzungskontingente von ChatGPT und Codex in den drei Tarifen Plus, Pro und Business zu einem einzigen zusammengelegt und in Tokens gemessen. Schon zuvor hatten Nutzer auf der Checkout-Seite einen ähnlichen Hinweis gesehen: Ab Dezember teilen sich ChatGPT und Codex ein gemeinsames Nutzungslimit des Tarifs.
Als Grund wird genannt, dass die Agentenfunktionen von Work in das Hauptangebot von ChatGPT einfließen sollen. Thibault Sottiaux, Engineering-Leiter bei OpenAI, hatte die Richtung Anfang Oktober in einem Podcast bereits angedeutet: Das Unternehmen plant, die beiden Oberflächen Chat und Work zu einer zusammenzuführen. Wird die Oberfläche vereint, folgt das Kontingent.

Wie viele Töpfe es derzeit gibt
Aktuell teilen sich Work und Codex bereits ein Agentenkontingent; normale Chats zählen nicht dazu, und für Bilder, Sprache und Datei-Uploads gelten jeweils eigene Limits mit eigenen Rücksetzzyklen.
Nach dem, was Medien aus der Hilfeseite wiedergeben, gelten ab Dezember folgende Regeln:
- Das Kontingent wird nach Eingabe- und Ausgabe-Tokens berechnet; je fortschrittlicher das Modell und je komplexer die Aufgabe, desto mehr wird abgezogen;
- Instant-Chats verbrauchen kein Kontingent; wie andere ChatGPT-Modi angerechnet werden, führt die Seite nicht näher aus;
- Das zusammengelegte Guthaben und der Zeitpunkt der Rücksetzung werden unter „Usage“ in den Einstellungen angezeigt;
- Ist das Kontingent aufgebraucht, kann man auf die Rücksetzung warten, den Tarif upgraden oder für berechtigte Funktionen Credits kaufen.
Berichten zufolge könnten nach der Zusammenlegung die Bildgenerierung und lang laufende Programmieraufgaben aus demselben Kontingent abgezogen werden. Ob Sprache und Datei-Uploads ebenfalls einbezogen werden, hat OpenAI nicht eindeutig gesagt.
Eine grobe Überschlagsrechnung
Die Token-Kontingente der neuen Regel sind nicht veröffentlicht, daher lässt sich die Größenordnung nur anhand der aktuellen Credit-Preise schätzen. Von Dritten zusammengestellte Preise zeigen, dass GPT-6.1 Sol 50 Credits pro Million Eingabe-Tokens und 250 Credits pro Million Ausgabe-Tokens kostet.
Angenommen, eine gewöhnliche Frage-Antwort-Runde umfasst 2.000 Eingabe- und 800 Ausgabe-Tokens, entspricht das etwa 0,3 Credits. Eine Codex-Aufgabe, die 1 Million Tokens einliest und 200.000 Tokens schreibt, entspricht rund 100 Credits, also grob 330 solchen Frage-Antwort-Runden. Das ist nur eine Überschlagsrechnung: Das Kontingent wird nicht zwingend nach Credit-Preisen umgerechnet, und Faktoren wie Caching sind nicht berücksichtigt.
Der Abstand zeigt vor allem eines: Wer viel programmiert und wer nur chattet, wird die Zusammenlegung sehr unterschiedlich erleben. Reine Chat-Nutzer, die häufig hochpreisige Modelle wie Sol verwenden, sehen womöglich erstmals, dass ihre Unterhaltungen das Guthaben aufzehren; wer pro Woche Dutzende lange Codex-Aufgaben laufen lässt, wird merken, dass auch Chats nun um dasselbe Budget konkurrieren. Auch die Modellstufen liegen weit auseinander: Nach ebenfalls von Dritten stammenden Schätzungen sind bei Plus alle fünf Stunden 15 bis 160 Nachrichten mit Sol möglich, bei Luna 350 bis 3.000.
OpenAI sagt, die meisten Nutzer würden nicht häufiger an Limits stoßen als jetzt. Das ist eine Erwartung; die Hilfeseite formuliert es nicht als Zusage.
Was noch offen ist
Das Update lässt einige Lücken:
- An welchem Tag im Dezember umgestellt wird und ob in einem Schritt oder in Wellen;
- Wie viele Tokens jeder Tarif enthält;
- Wie sich das bestehende Fünf-Stunden-Fenster und das Wochenlimit auf das neue Kontingent auswirken; eine von Dritten zusammengestellte Seite zeigt, dass Pro derzeit kein Fünf-Stunden-Limit hat;
- Ob Free, Go, Enterprise und Edu in diese Regelung einbezogen werden.
Die Meldung gehört auch zum 28-Tage-Plan des Codex-Teams. Sottiaux hatte am 4. Oktober zugesagt, dass in diesen 28 Tagen täglich entweder eine Verbesserung für die Mehrheit der Nutzer erscheint oder ein vollständiges Zurücksetzen erfolgt; kurz vor Ende berichteten Medien, das Team habe erneut zurückgesetzt. Kurzfristige Rücksetzungen und Verdopplungen sind ein Bonus; wie viel ein Abo wirklich wert ist, entscheiden erst die Kontingentzahlen nach Dezember. Solange OpenAI sie nicht veröffentlicht, lässt sich nicht beurteilen, ob die Zusammenlegung für die einzelnen Tarife mehr oder weniger Spielraum bedeutet.
Quellen: Nutzungserläuterung im OpenAI-Hilfecenter, Windows Report, CocoLoop, Startup Fortune; Credit-Preise und Nachrichtenzahlen sind von Dritten zusammengestellte Werte aktueller Seiten, die Token-Umrechnung ist eine grobe Schätzung der Redaktion.