Kimi Code wechselt zu K2.8, soll nahe an K3 heranreichen

Moonshot AI hat am 11. September in den Kimi-Code-Release-Notes bekanntgegeben, dass K2.8 Preview für alle Nutzer freigeschaltet ist. Die offizielle Positionierung lautet in zwei Sätzen: Die Gesamtleistung liegt nahe an K3, die Denkeffizienz ist gegenüber K2.7 Code deutlich verbessert; sowohl Coding- als auch Agenten-Fähigkeiten seien „umfassend verbessert“.

Dieser Modellwechsel kam ohne Namensänderung. Die Modell-ID bleibt kimi-for-coding, sodass weder der Kimi-Code-Client noch Drittanbieter-Tools, die diese ID ansprechen, ihre Konfiguration ändern müssen – Anfragen landen automatisch beim neuen Modell.

Drei bestätigte Änderungen

Erstens die Denkstufe. K2.8 Preview unterstützt die Einstellung des Thinking Effort, mit denselben Stufen wie K3: low, high und max, standardmäßig max.

Zweitens der Kontext. Alle Mitgliedschaftsstufen erhalten nun ein Kontextfenster von bis zu 1M Token, ohne Unterschied nach Tarif.

Drittens die Routing-Regel. In den Release-Notes heißt es ausdrücklich: Nach dem Deaktivieren von Thinking werden Anfragen sowohl der K3-Reihe als auch von K2.8 Preview an das nicht denkende K2.8 Preview weitergeleitet. Nutzer, die in Kimi Code K3 auswählen, aber Thinking abschalten, erhalten also tatsächlich K2.8 Preview.

Für die Aussage „nahe an K3“ gibt es bislang keine Zahlen. Die Release-Notes enthalten keine Benchmark-Tabelle, nennen keinen Termin für den Übergang von Preview zur regulären Version und erwähnen nicht, ob sich Mitgliedschaftspreise oder Kontingente ändern. Zum Vergleich: Beim Start von K2.7 Code am 12. Juni nannte das Unternehmen zwei Zahlen – eine Steigerung von 10,4 % im Program-Bench und einen um 30 % geringeren Token-Verbrauch beim Reasoning. K3 wurde am 16. Juli veröffentlicht, mit insgesamt 2,8 Billionen Parametern und einem Kontextfenster von 1 Million Token.

Gleicher Modellname, unterschiedliche Betroffenheit

kimi-for-coding funktioniert wie ein fester Alias; welches Modell dahintersteckt, entscheidet Moonshot AI. Für einzelne Entwickler entfällt dadurch der Schritt der Konfigurationsänderung.

Für Nutzer, die Kimi Code in CI-Pipelines, Automatisierungsskripte oder einheitliche Team-Coding-Tools eingebunden haben, sieht es anders aus: Dieselbe Konfiguration läuft ab heute auf einem anderen Modell, wobei sich Ausgabestil, Antwortzeit und Token-Verbrauch mitändern können. Die Release-Notes erwähnen nicht, ob weiterhin gezielt K2.7 Code angefordert werden kann.

Der Markt für Coding-Abos in China ist derzeit dicht umkämpft. Zhipu AI startete am 10. September in Hangzhou ein stadtweites Coding-Programm mit Zuschüssen für Coding-Pakete. Kimis aktuelles Update enthält keinen Preispunkt, sondern stellt das neue Modell und den 1M-Kontext für alle Tarife in den Vordergrund.

Rechtemodus binnen zwei Tagen zweimal geändert

Neben dem Modell hat der Kimi-Code-Kommandozeilen-Client Anfang des Monats mehrfach hintereinander seine Rechtelogik geändert. Version v0.40.0 vom 2. September benannte die bisherigen Modi YOLO und Auto in „Vollautomatisch“ (/never-ask) und „Bei Bedarf fragen“ (/ask-when-needed) um, Manual wurde zu „Immer fragen“; gleichzeitig kam eine integrierte Schutzschicht hinzu: Befehle wie shutdown, reboot und rm -rf werden im vollautomatischen Modus direkt verweigert, in den anderen Modi ist vor der Ausführung eine Bestätigung durch den Nutzer erforderlich.

Zwei Tage später hieß es in v0.41.0: „Gefährliche Befehle werden nicht mehr blockiert. Der automatische Rechtemodus blockiert gefährliche und statisch nicht analysierbare Befehle nicht mehr.“ Die Dokumentation erklärt weder den Grund für diese Rücknahme noch, ob sich „automatischer Rechtemodus“ hier nur auf die Stufe „Vollautomatisch“ bezieht oder auch „Bei Bedarf fragen“ einschließt.

v0.41.0 brachte zugleich zwei neue Web-Funktionen: das experimentelle Multi-Agenten-Kollaborationsfeature Tower (Start über /tower) sowie das Markieren von Textstellen zum Kommentieren in Nachrichten, Dateivorschauen und Diffs. In der Version davor wurde der Sub-Agent-Modellpool von einer experimentellen zu einer regulären Funktion, mit der sich eine Gruppe von Kandidatenmodellen konfigurieren lässt.

Für Teams, die Kimi Code auf vollautomatisch stellen und in unbeaufsichtigten Umgebungen laufen lassen, muss aktuell durch einen Test mit der jeweils installierten Client-Version geprüft werden, ob Lösch- und Shutdown-Befehle blockiert werden oder nicht. Moonshot AI hat sich zu dieser Änderung bislang nicht gesondert geäußert.

Quellen: Offizielle Kimi-Code-Release-Notes (Einträge K2.8 Preview, v0.40.0, v0.41.0), IT Home, CocoLoop; Kennzahlen und Testergebnisse zu K3 und K2.7 Code gemäß offiziellen Angaben von Moonshot AI.