USA finanzieren SandboxAQ-Suche nach Chipmaterialien

Die US-Regierung nutzt Mittel aus dem CHIPS Act diesmal nicht wie eine klassische Subvention, sondern wie eine industriepolitische Wette. Am 17. Juni schloss das Handelsministerium eine Vereinbarung mit SandboxAQ über 500 Millionen Dollar für KI-gestützte Materialsuche in der Halbleiterfertigung.

Ungewöhnlich ist die Gegenleistung. Washington erhält eine stimmrechtslose Minderheitsbeteiligung und soll an künftigen Lizenzerlösen beteiligt werden, falls aus der Forschung verwertbare Patente entstehen.

Vier Engpässe stehen im Fokus

Gesucht werden Ersatzstoffe für PFAS in Kühlung, Schmierung, Beschichtungen und Oberflächenbehandlung, hochreine Halbleiterkatalysatoren, Magnete ohne Seltene Erden sowie Batteriematerialien für Notstromsysteme, die die Abhängigkeit von Lithium und Kobalt aus China senken.

SandboxAQ wurde 2022 aus Alphabet ausgegliedert und erhielt auch Kapital von Nvidia. Das Unternehmen will Molekülkandidaten zunächst per KI eingrenzen, bevor jahrelange Labortests beginnen.

Findet die Methode produktionsfähige Alternativen, entspannt sie mehrere Schwachstellen der US-Chiplieferkette. Scheitert sie, finanzieren Steuerzahler ein riskantes Materialexperiment, diesmal aber mit einer möglichen Beteiligungsrendite.

Quellen: NIST, Reuters über Business Recorder, HPCwire, CocoLoop; geprüft wurden CHIPS-R&D-Förderung, Beteiligungsstruktur, Lizenzrechte, Zielmaterialien und SandboxAQ-Hintergrund.