Auf der Computex 2026 in Taipeh nannte Qualcomm-Chef Cristiano Amon 2026 das Jahr des Agenten und sagte, Agenten seien nicht Zukunft, sondern Gegenwart. Die eigentliche Nachricht war Qualcomms offizieller Schritt in Datenzentrumschips unter der Marke Dragonfly.
Dragonfly soll als Rechenzentrumsgeschäft für Hyperscaler und industrielle Umgebungen aufgebaut werden. Qualcomm nennt drei Produktklassen: CPUs, KI-Inferenzbeschleuniger und ASICs. Konkrete Spezifikationen gab es noch nicht; die detaillierte Roadmap soll am Investorentag am 24. Juni folgen.
Bei den Inferenzbeschleunigern liegen AI200 und AI250 aus dem vergangenen Oktober zugrunde. AI250 ist Qualcomms erstes Produkt mit near-memory computing und soll die Speicherbandbreite um den Faktor 10 erhöhen, während der Stromverbrauch sinkt. Für Inferenz ist das wichtig, weil wiederholtes Lesen von Gewichten oft stärker bremst als reine Rechenleistung.
Amon formulierte es so: Tokens sind die Währung der KI. Wer dieselbe Menge Tokens mit weniger Strom und geringerer Latenz erzeugt, kann im Rechenzentrum Geld verdienen. Qualcomm nennt als Beispiel verteilte agentic AI mit rund 1,4 Millionen gesparten Tokens und 60% weniger Kosten. Nennenswerte Rechenzentrumsumsätze im Milliardenbereich erwartet das Unternehmen aber erst im Geschäftsjahr 2027.
Quellen: Qualcomm Unveils Dragonfly Brand for Data Center Business (The Elec); Qualcomm CEO says AI agent era has arrived with Dragonfly data center platform (Digitimes); Qualcomm: Agentic AI And Dragonfly Data Center Push Highlighted At Computex 2026 (Pulse 2.0); CocoLoop; QCOM Stock Slides Premarket (Stocktwits).