Auf der Build 2026 in San Francisco stellte Microsoft Agenten ins Zentrum von Windows, Entwicklerwerkzeugen und Distribution. Satya Nadella nannte Agenten first-class citizens im runtime, tooling und distribution model. Für Entwickler war jedoch eine andere Nachricht besonders wichtig: GitHub Copilot bekommt ein neues Standardgehirn.
Project Polaris ist Microsofts eigenes Coding-Modell mit MoE-Architektur und spezialisierten Modulen für Programmiersprachen und Frameworks. Ab August soll es GPT-4 Turbo als Standard-Reasoning-Engine von GitHub Copilot ersetzen. Die Migration erfolgt automatisch; wer bei GPT-4 bleiben will, bekommt drei Monate für die manuelle Rückwahl.
Auch die Rechenlast wandert auf Microsofts Maia-AI-Beschleuniger. Microsoft sagt, Polaris schlage GPT-4 Turbo in HumanEval und MBPP, besonders bei Sprachen wie Rust und Haskell. In Pro soll es 100.000 Zeilen Multi-File-Kontext verarbeiten und selbst Tests erzeugen können.
Strategisch bündelt Microsoft damit Modell, Chip, Entwicklertool und Windows-Agentenfläche in der eigenen Kette. Gleichzeitig sinkt Copilots Abhängigkeit von OpenAI. Ob Entwickler Polaris akzeptieren, zeigt sich erst nach August; die Produktmigration hat Microsoft aber bereits datiert.
Quellen: Microsoft Build 2026 Recap: Windows Is Now an Agent Platform, and Project Polaris Cuts the OpenAI Cord (ChatForest); Microsoft Opens Build 2026 With Agent Mode as the Default for Office 365 Copilot (Technobezz); CocoLoop; Microsoft Build 2026: Windows becomes the platform for AI agents (Windows News).