Fitbit Air bringt Gemini-Coaching für 99 Dollar

Fitbit Air ist Googles neuer Gesundheitstracker ohne Display. Das Gerät wiegt 12 Gramm, kostet 99,99 Dollar und setzt kein Pflichtabo voraus. Damit zielt Google direkt auf WHOOP, dessen Hardware praktisch an eine jährliche Mitgliedschaft gebunden ist.

Google stellte Fitbit Air am 7. Mai vor, öffnete am selben Tag die Vorbestellungen und plant die Auslieferung ab dem 26. Mai. Parallel wird die Fitbit-App zu Google Health, während Fitbit Premium in Google Health Premium aufgeht. Der zentrale Punkt ist der von Gemini angetriebene Google Health Coach.

Ein 12-Gramm-Gerät gegen das Abo-Modell

Fitbit Air wiegt 12 Gramm mit Armband und 5,2 Gramm ohne. Es ist 25 Prozent kleiner als Luxe und 50 Prozent kleiner als Inspire 3, kommt ohne Bildschirm, ist bis 50 Meter wasserdicht, soll sieben Tage laufen und unterstützt fünf Minuten Schnellladen.

Herzfrequenz, SpO2, Vorhofflimmern-Erkennung, Schlafphasen und Aktivitätsdaten gehören zum bekannten Fitbit-Repertoire. Entscheidend ist die Kombination aus 99,99 Dollar und freiwilligem Abo. WHOOP Peak kostet 239 Dollar pro Jahr, WHOOP Life 359 Dollar pro Jahr; ohne Abo verliert die Hardware stark an Nutzen.

Google Health Premium kostet 9,99 Dollar im Monat oder 99 Dollar im Jahr, Käufer erhalten drei Monate dazu. Über drei Jahre kostet WHOOP mindestens 717 Dollar. Fitbit Air mit drei Jahren Premium liegt bei rund 396 Dollar, und die Basisfunktionen bleiben ohne Abo nutzbar.

Was Gemini im Coach leistet

Gemini im Google Health Coach soll nicht nur Fitnessdiagramme zusammenfassen. Das System verarbeitet physiologische Daten von Fitbit Air wie Herzfrequenz, HRV, Schlafphasen und Trainingslast, kombiniert sie mit Nutzerangaben zu Verletzungen, Stress oder Zielen sowie mit Wetter, Klima und hochgeladenen PDFs wie Befunden oder Rezepten.

Laut Google kann Gemini Veränderungen des Lebensstils, Verletzungen, Ernährung und sogar Wetter berücksichtigen. Aus Readiness-Wert, Schlafdaten und jüngster Belastung leitet der Coach ab, ob ein Lauf sinnvoll ist, wie hart trainiert werden sollte oder welche Muskelgruppen Pause brauchen.

Wer etwa im nächsten Monat einen Halbmarathon laufen will, soll einen adaptiven Trainingsplan auf Basis der aktuellen Fitnessdaten erhalten. Das ist kein allgemeiner Telefonassistent, sondern ein kleiner Agent für persönliche Gesundheitsdaten.

Fitbit wird Google Health

Seit der Übernahme 2021 blieb Fitbit lange halb eigenständig: Hardware, App und Abo trugen den Fitbit-Namen, während die KI-Basis stärker zu Google wanderte. Die Umbenennung zeigt, dass Fitbit künftig eher eine Hardwarelinie innerhalb von Google Health ist.

Google setzt auf Gesundheit, weil dieser Bereich dauerhafte Nutzungsgewohnheiten und kontinuierliche Daten erzeugt. WHOOP hat kein eigenes großes Modell, Siri ist bei der Gesundheitsdeutung schwächer als Gemini, und Garmin besitzt Daten, aber keine vergleichbare Konversations-KI.

Warum der Schritt zählt

Kurzfristig kann Fitbit Air Nutzer gewinnen, die das bildschirmlose WHOOP-Format mögen, aber kein Jahresabo wollen. Mittelfristig wird entscheidend, ob Gemini Health Coach aus vielen Rückmeldungen lernt, welche Pläne bei ähnlichen Schlafmustern, HRV-Werten und Stressprofilen wirklich funktionieren.

Fitbit Air sieht aus wie ein 12-Gramm-Armband. Für Google ist es ein Test, ob Consumer-Gemini im Gesundheitsbereich zur nächsten dauerhaften Anwendung wird. Sechs Monate nach dem Start zählen wiederkehrende Monatsnutzung und Premium-Bindung mehr als einzelne Reviews.

Quellen: Google unveils Whoop-like screenless Fitbit Air (TechCrunch); Google's Screenless Fitbit Air Relies on Gemini to Be Your Personal Health Coach (Gizmodo); The $99 Fitbit Air Whoop Competitor: Everything You Need to Know (DC Rainmaker); CocoLoop; Google Fitbit Air: $100 Price, Whoop Comparison, Features, Subscription (Bloomberg)