Sicherheitsteams sehen Nutzer, Endgeräte und freigegebene Anwendungen. Schwerer zu sehen ist der KI-Agent, der inzwischen innerhalb dieser Anwendungen handelt. Neo startet mit 100 Millionen Dollar genau für diese Lücke.
Am 20. Juli teilte Neo mit, dass Andreessen Horowitz und Bessemer Venture Partners die Firma unterstützen; Craft Ventures und Merlin Ventures beteiligen sich ebenfalls. Das Gründerteam kommt unter anderem aus SentinelOne, Wiz und Palo Alto Networks.
Agenten erben Mitarbeiterrechte
Neo beschreibt eine klare Verschiebung: Browser, Entwicklertools, SaaS-Plattformen und klassische Unternehmensanwendungen bekommen Fähigkeiten zum Schlussfolgern, Tool-Aufrufen und Abarbeiten von Workflows. Häufig nutzen sie dabei gültige Mitarbeiterrechte.
CEO Nick Warner sagte, Unternehmenssicherheit sei für eine Welt gebaut worden, in der Software berechenbar handelte.
Das Risiko liegt nicht nur bei Shadow AI. Auch freigegebene Software verändert sich, sobald ein Anbieter Agentenfunktionen ausrollt. Hinter einer Identität können Mensch, Browser-Erweiterung, IDE-Assistent, MCP-Server oder SaaS-Automation stehen.
Was die 100 Millionen finanzieren
Die Runde umfasst 100 Millionen Dollar. Calcalist/CTech teilt sie in eine 75-Millionen-Dollar-Series-A und eine zuvor abgeschlossene 25-Millionen-Dollar-Seed-Runde auf. Offizielle Unterlagen und SecurityWeek bestätigen a16z, Bessemer, Craft Ventures und Merlin Ventures.
Neo nennt fünf Funktionen: Inventarisierung von KI-Agenten, Plugins, Erweiterungen, MCP-Servern und agentischer Software; Bewertung von Zugriff und Konfiguration; Zuordnung jeder Aktion zu Mensch, Agent, Anwendung oder Identität; Richtlinien für Tool Calls, APIs, Datenbewegungen und Workflows; sowie Blockaden riskanter Aktivitäten direkt in der Softwareschicht.
Von 5% auf 40%
Neo zitiert Gartner: 2025 hatten nur 5% der Unternehmensanwendungen agentische Fähigkeiten, bis Ende 2026 könnten es 40% sein. SecurityWeek und Calcalist nutzen denselben Rahmen.
Damit ändert sich die Prüfung. Teams müssen nicht nur wissen, welche KI-Tools Mitarbeiter installiert haben. Sie müssen erkennen, welche genehmigten Produkte plötzlich autonom handeln, welche Daten sie erreichen und ob jeder Tool-Aufruf nachvollziehbar ist.
Der Lebenslauf verkauft mit
Calcalist zufolge beschäftigt Neo rund 50 Personen, davon 40 in Israel. Warner war President und COO von SentinelOne und half beim Börsengang 2021. Shlomi Salem leitete dort mehr als zehn Jahre Detection Engineering. Eran Shirazi war Mitgründer von EasySend und hat Erfahrung in der Schwachstellenforschung der Unit 8200.
Shay Michel von Merlin Ventures sagte, jede große technologische Umwälzung bringe eine neue Sicherheitskategorie hervor; agentische KI werde keine Ausnahme sein.
Für Käufer beginnt die Prüfung mit drei Listen: alle KI-Einstiegspunkte, die geerbten Berechtigungen und wiederabspielbare Logs darüber, wer einen Agenten zu welcher Aktion veranlasst hat, welches Tool aufgerufen wurde und wohin Daten flossen.
Quellen: offizielle Neo-Mitteilung, SecurityWeek, CocoLoop, Calcalist/CTech, WSJ; geprüft wurden die 100-Millionen-Dollar-Runde, die 75/25-Millionen-Dollar-Aufteilung, Gartners 5%-bis-40%-Schätzung, 50 Beschäftigte mit 40 in Israel, fünf Plattformfunktionen und die Gründerprofile.