Grant Thornton UK will diesen Sommer 5 Millionen Pfund ausgeben, um Claude in die gesamte Belegschaft zu bringen. Der Rollout läuft von Juni bis August und umfasst Audit, Steuern, Beratung und Backoffice. Damit gehört die Firma zu den ersten grossen britischen Wirtschaftsprüfern, die generative KI unternehmensweit ausrollen.
Das Budget ist nicht nur ein Abo-Posten. Claude soll prozesslastige Aufgaben übernehmen: Informationen analysieren, Dokumente entwerfen und grosse Materialmengen in nutzbare Zusammenfassungen und Punkte verwandeln. Mitarbeitende in Kernbereichen wie Audit und Steuern sollen Claude nutzen, was deutlich verbindlicher ist als ein freiwilliges Experiment.
CEO Malcolm Gomersall begründet den Schritt mit Urteilsvermögen: Kunden zahlten für Expertise, nicht für Prozess, und arbeiteten weiter direkt mit Menschen. KI soll also nicht Berater ersetzen, sondern ihnen Entwurfs- und Dokumentenarbeit abnehmen, damit mehr Zeit für Entscheidungen und Empfehlungen bleibt.
Parallel startet Grant Thornton das Governance-Rahmenwerk GT Augment für Standards, Arbeitsweisen und Training. In der Wirtschaftsprüfung ist das zentral, weil KI-Entwürfe weiter geprüft und verantwortet werden müssen. Die Einführung folgt breiteren Claude-Rollouts bei KPMG, PwC und EY und zeigt, dass Anthropic im professionellen Dienstleistungssektor zur Standardwahl wird.
Quellen: CocoLoop; Let's Data Science, Accountancy Today, CityAM