Palo Alto findet mit Frontier-KI 75 Schwachstellen

Palo Alto Networks hat nach eigenen Angaben ab dem 7. April einen Monat lang Anthropic Claude Mythos, Claude Opus 4.7 und OpenAI GPT-5.5-Cyber gegen die eigene Codebasis eingesetzt. Das Ergebnis waren 26 CVEs mit 75 konkreten Schwachstellen in mehr als 130 Produkten, rund siebenmal so viele CVEs wie in einem normalen Monat.

Bemerkenswert ist der defensive Einsatz von Frontier-Cybermodellen. Palo Alto nutzte Anthropic Project Glasswing und OpenAI Trusted Access for Cyber und band die Modelle in ein internes Scanning-Harness ein, statt nur Chatbot-Code-Reviews zu machen.

Die Modelle schreiben lauffähige Exploits

CPO Lee Klarich sagte, die Modelle seien deutlich besser darin, funktionierende Exploits zu schreiben, als frühere Systeme. In internen Tests lag die Erfolgsquote über 70 Prozent. Gleichzeitig betonte er, dass die Modelle keine Magie seien: Palo Alto investierte viel Engineering in das Harness, das Modellergebnisse in den Sicherheitsprozess überführt.

Alle 26 CVEs wurden vor der Veröffentlichung gepatcht, und laut Advisory gab es keine Ausnutzung in freier Wildbahn. Die größere Warnung betrifft das Zeitfenster. Palo Alto schätzt, dass Angreifer in drei bis fünf Monaten vergleichbare Fähigkeiten haben könnten; Verteidiger müssen Code prüfen, Angriffsflächen reduzieren und Erkennung sowie Reaktion automatisieren.

Quellen: CocoLoop, CNBC, Axios, Palo Alto Networks Blog; geprüft wurden Modellnamen, CVE-Zahl, 75 Schwachstellen, Exploit-Quote, Patchstatus und die Drei-bis-fünf-Monate-Warnung.