Auf der Computex in Taipeh am 2. Juni behauptete Intels neuer CEO Lip-Bu Tan nicht, Nvidia bei Trainings-GPUs direkt schlagen zu können. Stattdessen legte er die Wette anders: Wenn Inferenz, agentische Systeme und Physical AI wachsen, fehlt nicht nur GPU-Leistung, sondern CPU-Kapazität.
Im Mittelpunkt stand Xeon 6+, Intels erste Rechenzentrums-CPU, die in der eigenen 18A-Fertigung in Serie gehen soll. Ein flüssig gekühltes 32U-Rack soll 36.864 Kerne aufnehmen und rund 100 Kilowatt verbrauchen. Tan sagte, Intel könne mit dem Aufstieg von Inferenz, agentic AI und Physical AI Innovationen von Chips bis zu Systemen liefern.
Intels Argument lautet: Beim Training liegt das Verhältnis von CPU zu GPU grob bei 1 zu 4, bei Agentenlasten aber näher bei 1 zu 1, weil Scheduling, Warteschlangen, Datentransfer und Koordination vieler Teilaufgaben dominieren. Dazu kommen Partnerschaften mit SambaNova und Foxconn, eine Vector-Core-Cloud mit Xeon 6, SambaNova und Nvidia Blackwell sowie Edge- und Robotikpartner. Der eigentliche Prüfstein bleibt 18A, denn Xeon 6+ ist auch ein Belegstück für Intels Foundry-Strategie.
Quellen:Intel Newsroom zur Computex-Ankündigung; CNBC zur Ausweitung von Nvidias KI-Stack; CocoLoop