Corgi verdoppelt Bewertung auf 2,6 Milliarden US-Dollar in drei Wochen

Wer haftet, wenn ein KI-System falsche Informationen liefert, Verluste verursacht oder gegen Compliance-Regeln verstößt? Ein Unternehmen hat sich auf dieses Geschäft spezialisiert: Corgi.

Am 28. Mai gab Corgi eine Finanzierung von 106 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,6 Milliarden US-Dollar bekannt. Das Bemerkenswerteste ist die Geschwindigkeit: Erst drei Wochen zuvor hatte das Unternehmen eine Runde von 160 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,3 Milliarden US-Dollar angekündigt. In drei Wochen hat sich die Bewertung verdoppelt.

Was versichert Corgi genau?

Corgi bietet Versicherungen für Startups an, darunter Technologie-, Cybersicherheits- und allgemeine Haftpflichtversicherungen. Was es jedoch von traditionellen Versicherern unterscheidet, ist der Fokus auf neue Risiken durch KI. CEO Nico Laqua sagte: „Von finanziellen Verlusten durch KI-Systeme, Verbreitung von Fehlinformationen, Betriebsstörungen bis hin zu Compliance-Problemen – Corgi deckt alles ab.“

Dies ist eine Versicherungsart, die es vor einem Jahrzehnt noch nicht gab. Vor zehn Jahren brauchten nur wenige Unternehmen eine Deckung für „KI, die falsche Antworten gibt“, weil kaum jemand KI in Kernprozesse integriert hatte. Heute ist KI in Kundenservice, Risikomanagement und Entscheidungsketten eingebunden, was die Fehleranfälligkeit erhöht – und die Versicherungsbranche zieht nach.

Corgi selbst ist KI-nativ: Die Zeichnung erfolgt durch KI, nicht durch einen Raum voller Aktuare. Zu den Kunden gehören Deel und Artisan.

Verdopplung in drei Wochen: echte Nachfrage oder heißes Geld?

Eine Verdopplung der Bewertung in drei Wochen wirft natürlich Fragen auf. Hier ist der Finanzierungsfahrplan von Corgi:

  • Januar 2026: Serie A, 108 Millionen US-Dollar, Bewertung nicht bekannt gegeben
  • 6. Mai 2026: Serie B, 160 Millionen US-Dollar, Bewertung 1,3 Milliarden US-Dollar
  • 28. Mai 2026: Serie B1, 106 Millionen US-Dollar, Bewertung 2,6 Milliarden US-Dollar

In vier Monaten, von Serie A bis zu einer Bewertung von 2,6 Milliarden US-Dollar, hat Corgi insgesamt 378 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Runde wurde von TCV angeführt.

Bei einem solchen Tempo fragt man sich: Ist das Unternehmen wirklich so gut, oder gibt es einfach zu viel Geld, das angelegt werden muss? Corgi antwortet mit Zahlen: Laqua sagte, das Unternehmen sei im letzten Monat bereits profitabel gewesen. Ein Insurtech, das so schnell profitabel wird, ist ungewöhnlich – das dämpft die Skepsis gegenüber „heißem Geld“ etwas.

Wie geht es weiter?

Mit dem frischen Kapital plant Corgi die Expansion in neue Bereiche: Fracht, kleine Unternehmen und Sport. Die Logistik ist einfach. Das Modell ist „KI-Zeichnung plus eingebetteter Vertrieb“ – Versicherungsprodukte werden direkt über Plattformen anderer verkauft, anstatt eigene Filialen zu eröffnen. Wenn das Modell funktioniert, lässt es sich relativ schnell auf andere Branchen übertragen.

Die entscheidende Wette ist, ob KI-Fehler zu einer ausreichend großen Versicherungskategorie werden. Wenn KI tatsächlich in alle Branchen vordringt, ist „Absicherung von KI“ ein langfristiges Geschäft. Wenn die Einführung langsamer erfolgt und weniger Vorfälle auftreten, ist die Bewertung möglicherweise verfrüht.

Der Preis von 2,6 Milliarden US-Dollar steht fest. Ob er gerechtfertigt ist, hängt davon ab, wie viel Ärger KI in den nächsten zwei Jahren verursacht.

Quellen: TechCrunch; CocoLoop; Reuters; PR Newswire