Mark Zuckerberg hat den Rollout von Muse Spark 1.3 angekündigt; das Modell steht gleichzeitig in Muse Code und über Metas Modell-API zur Verfügung. Er bezeichnete das Update als "das bislang größte Upgrade der Serie bei Programmier- und Agentenaufgaben" und erklärte, die Kosten für Spitzenleistung seien inzwischen kaum noch der Rede wert.
Die Benchmark-Zahlen liefern die halbe Antwort. Bei DeepSWE v1.1 kommt Muse Spark 1.3 auf 75,4 Punkte, GPT-5.6 Sol auf 73,0 und Claude Opus 5 auf 74,0. Terminal-Bench 2.1 liegt bei 88,8 Punkten, SWEAtlas CodeBase QnA bei 59,4. Bei den beiden Long-Context-Tests liegt das Modell nahe am Maximum: MRCR erreicht im Bereich 256K–512K 98,5 Punkte, im Bereich 512K–1M 98,1. Im Vergleich zur Vorgängerversion 1.2 sinkt bei denselben Coding-Aufgaben die Zahl der Tool-Aufrufe um rund ein Fünftel, der Token-Verbrauch um etwa ein Viertel. Für alle, die pro Token bezahlen, ist diese Zahl aussagekräftiger als der Benchmark-Wert.
Die günstige Preisstufe – mit Zahlen unterlegt
Der Satz "Kosten kaum noch der Rede wert" muss man auseinandernehmen. Meta bietet für Muse Spark 1.3 zwei Preisstufen an: Die Standardversion kostet 1,25 US-Dollar pro Million Input-Token und 4,25 US-Dollar pro Million Output-Token, die Contributor-Version 0,10 US-Dollar beziehungsweise 0,20 US-Dollar. Beim Input beträgt der Unterschied das 12,5-Fache, beim Output das 21-Fache.
Der Preis für diesen Unterschied steht im Kleingedruckten: Wer die Contributor-Version nutzt, dessen Ein- und Ausgaben werden von Meta zur Produktverbesserung verwendet. Dieses Modell gibt es bereits seit Version 1.2, 1.3 führt es lediglich fort. Für Einzelentwickler und kleine Teams kommt ein Input-Preis von wenigen Cent praktisch einer Gratisnutzung gleich; Unternehmen mit Geheimhaltungspflichten für ihren Code können diese Stufe dagegen kaum nutzen und müssen auf den Standardpreis von 1,25 US-Dollar ausweichen – der im Vergleich zu Modellen derselben Generation keineswegs günstig ist. "Kaum noch der Rede wert" bezieht sich also ausschließlich auf die erste Preisstufe.
Vorn beim Coding, zurück bei Agenten
Im Intelligence Index von Artificial Analysis erreicht Muse Spark 1.3 (Modus xhigh) 61 Punkte und liegt damit gleichauf mit GPT-5.6 Sol (max) und Grok 4.6 (high); Claude Opus 5 (max) führt weiterhin mit 63 Punkten.
Den eigentlichen Abstand schaffen die Agenten-Benchmarks. Bei GDPVal-AA v2 kommt Muse Spark 1.3 auf 1754 Punkte, Claude Opus 5 auf 1824; bei OSWorld 2.0 stehen 66,9 gegen 68,3, bei AutomationBench 49,4 gegen 50,3. In allen drei Kategorien liegt Muse Spark hinten, die Abstände sind jeweils klein, die Richtung aber eindeutig. Zuckerbergs wiederholt in Earnings Calls bemühtes Bild vom "persönlichen Agenten, der rund um die Uhr für einen arbeitet", liegt diesen Zahlen zufolge noch ein Stück in der Zukunft.
Zwei offene Fragen
Der leistungsstärkere Reasoning-Modus soll erst nach Abschluss der Sicherheitstests veröffentlicht werden, eine Open-Weight-Version ist ebenfalls geplant – einen Zeitpunkt nennt Meta für beides nicht. Version 1.3 wurde zudem gegen feindliche Eingaben und Prompt-Injection gehärtet, was nach den vielfältigen Umbauten der vorangegangenen Open-Weight-Generation durch Dritte kaum überrascht.
Eine grobe Rechnung: Bleibt der Contributor-Preis dauerhaft bestehen, kostet ein Coding-Agent, der täglich fünf Millionen Input-Token verbraucht, im Monat rund 15 US-Dollar. Diese Zahl hat mit Technik wenig zu tun, entscheidet aber darüber, wie viele Menschen bereit sind, Muse Spark fest in ihren Arbeitsalltag einzubauen. Und genau der Code, den sie dabei schreiben, wird zum Trainingsmaterial für die nächste Version.
Quellen: Metas Preisseite für die Modell-API, Artificial-Analysis-Index, CocoLoop, OpenRouter-Modellseite; die Preise beider API-Stufen sowie die Benchmark-Werte von DeepSWE, MRCR und Terminal-Bench wurden Punkt für Punkt abgeglichen.