Fable 5.1 an der Spitze des Intelligenz-Index, 3.69 US-Dollar pro Aufgabe

Das unabhängige Testinstitut Artificial Analysis hat neue Ergebnisse für Claude Fable 5.1 veröffentlicht: Der Gesamt-Intelligenzindex liegt bei 66 Punkten, Platz eins unter 192 getesteten Modellen. Die Vorgängerversion Fable 5 kam auf 62 Punkte und Platz sechs.

Im selben Ergebnisbericht steckt noch eine zweite Zahlenreihe. Für den kompletten Durchlauf des Intelligenzindex-Tests gab Fable 5.1 8523.16 US-Dollar aus, Fable 5 kam mit 5455.22 US-Dollar aus; umgerechnet auf eine einzelne Aufgabe stieg der Preis von 3.14 auf 3.69 US-Dollar.

Der Preis pro Token blieb gleich, nur das Modell redet mehr

Die Listenpreise beider Generationen sind identisch: 10 US-Dollar pro Million Input-Token, 50 US-Dollar pro Million Output-Token. Die zusätzlichen gut 3.000 US-Dollar stammen komplett aus der Länge der Antworten – Fable 5 erzeugte beim kompletten Testdurchlauf 83 Millionen Output-Token, Fable 5.1 kam auf 140 Millionen, ein Plus von rund 69 Prozent. Artificial Analysis nennt einen Median von 71 Millionen Token, Fable 5.1 liegt damit fast beim Doppelten des Medianwerts.

Das passt zum allgemeinen Trend der Reasoning-Modelle des vergangenen Jahres: Mehr Leistung entsteht dadurch, dass das Modell mehr Zwischenschritte durchdenkt, abgerechnet wird aber pro Token – die Rechnung wächst also mit der Denkdauer mit. Nutzer mit monatlichem Abo spüren davon direkt nichts; Teams, die über die API abrechnen, müssen für dieselbe Aufgabenmenge ihr Budget neu kalkulieren.

Fast fünf Minuten bis zum ersten Token

Noch auffälliger ist die Spalte zur Geschwindigkeit. Fable 5.1 liefert 66.4 Token pro Sekunde und landet damit auf Platz 84 von 192 Modellen, unter dem Median von 70; bis zum ersten Token vergehen 296.81 Sekunden, bei der Vorgängerversion waren es 116.06 Sekunden – mehr als anderthalbmal so lange.

Dieser Verzögerungswert ist für interaktive Anwendungen praktisch unbrauchbar, gemessen wird hier aber der komplette Denkprozess – das Modell überlegt lange, bevor das erste Zeichen erscheint. Bei einer unbeaufsichtigten Hintergrundaufgabe sind fünf Minuten Wartezeit kein Problem; wer im Editor auf eine Codevervollständigung wartet, sieht das anders.

Im Vergleich zu GPT-5.6 Sol

Auf demselben Ranking erreicht OpenAIs GPT-5.6 Sol 61 Punkte und liegt damit auf Platz acht. Der komplette Testdurchlauf kostete 2017.29 US-Dollar, pro Aufgabe 0.95 US-Dollar, bei 70 Millionen Output-Token und Listenpreisen von 4 US-Dollar (Input) und 20 US-Dollar (Output) pro Million Token.

Grob gerechnet: Fable 5.1 liegt beim Intelligenzindex 5 Punkte höher, kostet pro Aufgabe aber das 3.9-Fache und beim kompletten Testdurchlauf das 4.2-Fache. Ob sich das lohnt, lässt sich daraus kaum ableiten – beide Modelle werden für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt, und die Zeit, die man spart, wenn eine komplexe Aufgabe gleich beim ersten Versuch richtig gelöst wird, kann den Preisunterschied durchaus aufwiegen. Es erklärt aber, warum immer mehr Teams ihre Modelle gestaffelt einsetzen: schwierige Fälle gehen an den Spitzenreiter, die übrigen achtzig Prozent Routineaufgaben an die günstigere Variante.

Das Ranking beantwortet nur eine Frage: Wer ist am klügsten. Wer die Rechnung bezahlt, muss die zweite Frage selbst beantworten: Was ist dieser eine Punkt wert.

Quellen: Modellvergleichsseite von Artificial Analysis, CocoLoop; Intelligenzindex-Werte, Gesamtkosten des Tests, Kosten pro Aufgabe, Menge der Output-Token und Latenz bis zum ersten Token stammen aus derselben öffentlichen Testreihe des Instituts.