Claude Managed Agents koordinieren bis zu 1.000 Subagenten

Anthropic hat am 9. Oktober die Release Notes der Claude-Plattform aktualisiert: Dynamic Workflows (dynamische Workflows) sind als Beta in Claude Managed Agents verfügbar. Bekommt ein Managed Agent eine große Aufgabe, kann er selbst einen Workflow schreiben: Der Hauptagent zerlegt die Aufgabe, verteilt sie phasenweise an eine Gruppe von Subagenten und führt am Ende die Ergebnisse zusammen. Pro Lauf lassen sich bis zu 1.000 Agenten parallel koordinieren.

Die Aktivierung steht in der Dokumentation: Die Anfrage muss den Beta-Header managed-agents-2026-04-01 mitschicken, das Feld multiagent des Agenten wird auf den Typ multiagent_20261001 gesetzt und der Workflow eingeschaltet. Der Workflow läuft im Hintergrund auf dem Server; wer ihn aufruft, verfolgt den Fortschritt über workflow_run-Ereignisse im Ereignisstrom der Sitzung.

Der Test mit 70 Bugs

Anthropics Beispiel ist ein Code-Review. Das Team versteckte 70 Bugs in einer Codebasis mit 116.000 Zeilen und schickte zunächst einen einzelnen Agenten los: Er fand pro Durchlauf 14 bis 27 Bugs, mit deutlichen Schwankungen von Lauf zu Lauf. Mit dem dynamischen Workflow stabilisierte sich das Ergebnis bei 66 Bugs.

Die Zahlen stammen aus Anthropics eigenem Test, und die Aufgabe gehört zu der Sorte, die sich leicht aufteilen lässt: Die Codebasis kann nach Modulen zerlegt werden, jeder Subagent prüft einen Abschnitt, die Abhängigkeiten untereinander sind gering. Bei Aufgaben, die zusammenhängendes Schlussfolgern erfordern, etwa die Argumentationskette eines langen Berichts, bleibt offen, wie viel von dem Vorteil nach der Aufteilung übrig ist; Zahlen dazu nennt Anthropic nicht. Auch das Tech-Medium The Decoder weist darauf hin, dass sich erst an der eigenen Arbeitslast der Nutzer zeigen muss, ob sich das Ergebnis verallgemeinern lässt.

Die Kosten sind eine weitere Unbekannte. Anthropic warnt in der Dokumentation, dass solche Workflows sehr viele Token verbrauchen, und empfiehlt, klein anzufangen. In seinem Bericht zitiert The Decoder die Einschätzung eines erfahrenen OpenAI-Ingenieurs zu Agentenschwärmen:

"a massive waste of tokens" (eine massive Verschwendung von Token)

Die Abrechnungsdetails der Beta und die Spanne des Token-Verbrauchs pro Lauf führen die Release Notes nicht auf.

Dieselbe Funktion, zwei Betriebsarten

Dynamic Workflows gibt es bereits in Claude Code, wo sie Ende Mai dieses Jahres als Research Preview starteten. Stellt man beide Versionen nebeneinander, liegen die Unterschiede vor allem an drei Stellen:

  • Wo das Skript läuft: In Claude Code läuft das Workflow-Skript auf dem Rechner des Nutzers; bei Managed Agents läuft es auf Anthropics Servern.
  • Wer startet: Nutzer von Claude Code können das Skript öffnen, ändern und erneut ausführen; bei Managed Agents entscheidet der Agent selbst, wann er einen Workflow startet.
  • Wie die Kosten gesteuert werden: Laut dem Vergleich eines Drittanbieter-Entwicklers wird die Managed-Variante pro Sitzung abgerechnet, und für jede Sitzung lässt sich ein Limit setzen.

Claude Managed Agents ist ein Hosting-Dienst, den Anthropic im April dieses Jahres gestartet hat. Er richtet sich an Agenten im Produktivbetrieb, die mehrere Stunden und länger durchlaufen müssen; die Laufzeitumgebung stellt Anthropic. Mit den Dynamic Workflows entfällt für Unternehmen, die Claude-Agenten in ihr eigenes Produkt einbinden, der Aufbau einer eigenen Orchestrierungsschicht und Nebenläufigkeitssteuerung: Das Zerlegen durch den Hauptagenten, die Ausführung durch die Subagenten und das Zusammenführen der Ergebnisse passieren serverseitig.

Die Claude-Code-Variante ist eher ein Werkzeug für Entwickler, bei dem man jeden Schritt sieht und das Skript jederzeit ändern kann; die gehostete Variante gleicht eher dem Prinzip "abgeben und auf das Ergebnis warten". Erstere bietet mehr Kontrolle, letztere verlagert den Betrieb zu Anthropic und gibt zugleich einen Teil der Entscheidung, wie viele Agenten eine Aufgabe bekommt und wie viele Token sie kostet, an das Modell selbst ab. Was Unternehmenskunden am meisten interessiert, das Kostenlimit pro Sitzung, also wie es konkret gesetzt wird und welcher Standardwert gilt, klärt sich erst mit der Dokumentation zur Final-Version.

Die Funktion ist derzeit noch in der Beta; Schnittstellenparameter und Feldnamen können sich später ändern.

Quellen: Release Notes der Claude-Plattform, The Decoder, CocoLoop, ITHome; geprüft wurden die Obergrenze paralleler Agenten, die Größe der Test-Codebasis und die Zahl der gefundenen Bugs.